Arbitrage

Arbitrage bezeichnet eine Situation, in der man Gewinne erzielt infolge von Preisunterschieden für dieselben Produkte jedoch auf verschiedenen Märkten. Praktisch bedeutet das, dass der Arbitrageur an einem Ort ein Produkt billiger kauft und es gleichzeitig teurer an einem anderen Ort verkauft, ohne dass er dabei zusätzliche Ausgaben hat. Durch diese Gleichzeitigkeit der Handlungen ist im Prinzip ein risikoloser Gewinn möglich, was auch zum Grundprinzip von Arbitrage gehört. Da sich normalerweise die Preise in verschiedenen Märkten früher oder später einander anpassen, kann man einen Arbitragegewinn nur durch eine bestimmte Zeit erwirtschaften.

Unterschieden wird kulturelle, geografische, mathematische (auch statistische genannt) und ökonomische Arbitrage. Beim ersten Typ kauft man z. B. Bier in Bayern viel billiger als anderswo, da es zu den Grundnahrungsmitteln in dieser Region gehört. Beim zweiten Typ nutzt man geographische Vorteile z. B. reduzierte Transportkosten aus, um billiger einzukaufen. Die Möglichkeit zur mathematischen Arbitrage besteht, wenn eins von den Produkten aus der historischen Korrelation ausschert, allerdings ist das nur kurzfristig, da sich die Preise letztendlich angleichen werden. Ökonomisch sind alle anderen Arbitragearten, die nicht kulturell-, administrativ- oder geographisch bedingt sind.

Generell wird Arbitrage als nützlich für den Markt angesehen, kritisiert werden jedoch die Arbitragegeschäfte auf den Devisenmärkten (also zwischen verschiedenen Währungen), die elektronisch innerhalb von Sekunden durchgeführt werden können und so ein Missverhältnis zwischen dem tatsächlichen Handelsvolumen und auf den Devisenmärkten umgesetzten Beträgen entsteht. Solche Arbitragegeschäfte werden auch Zinsarbitrage genannt, da es sich hier auch um Spekulationsgeschäfte zum Ausnutzen von Zinsunterschieden einzelner Währungen handelt.

Auf Dauer ist es nicht möglich, einen risikolosen Gewinn durch den Kauf und Verkauf von Vermögensgegenständen auf einem Markt zu erzielen, da es letztendlich zu einem Ausgleich der Preise kommt. Das nennt man eine ‘Arbitrage- Bedingung’. Nach einer gewissen Zeit ist es zu erwarten, dass die Marktkräfte die Arbitragemöglichkeiten eliminieren. Hierfür müssen aber bestimmte Rahmenbedingungen vorhanden sein: rationale Individuen sowie ein funktionierender Markt und zwar vollständige Information der Marktteilnehmer, Sicherheit hinsichtlich der Marktbedingungen (Preise, Kosten usw.), freier Marktzugang, Transaktionskosten und homogene Güter.

Im Sportwetten Bereich hat das Wort Arbitrage eine wichtige Rolle angenommen, da die gesamte Branche davon betroffen ist. Durch die immer aggressiver werdenden Quoten und die hohen Volumen und damit verbundenen Bewegungen auf den Märkten kommt es immer wieder vor, dass zwischen zwei Buchmachern die Möglichkeit für den Kunden entsteht eine sichere Wette mit über 100% Auszahlung zu tätigen. Dabei muss man alle Wettmöglichkeiten so abdecken, dass die Auszahlung am Ende über 100% beträgt, so dass man in jedem Fall ein Plus macht. Die sich schnell verändernden Quoten und die immer besseren technischen Mittel der Spieler haben die Rolle des klassischen Buchmachers stark verändert. Inzwischen ist die Schwierigkeit nicht die erste Quotenfindung, sondern viel mehr das Risiko-Management danach um eben solche Arbitrages zu verändern.