Continuation Bet

Als Continuation Bet bezeichnet man beim Pokern einen Einsatz am Flop, nachdem man bereits vor dem Flop mit einer Erhöhung die Initiative übernommen hat. Dabei ist der Bluff ein elementarer Bestandteil dieses Spielzuges.

Erhöht ein Spieler vor dem Flop (die ersten drei Gemeinschaftskarten), so repräsentiert er in der Regel eine starke Starthand, mit der er gewillt ist um einen großen Pot zu spielen. Wurde der Flop aufgedeckt, wird dieser Spieler in vielen Fällen mit einer Continuation Bet erneut einen Einsatz bringen und damit vorgeben, dass ihm entweder der Flop weitergeholfen hat oder seine Starthand weiterhin so stark ist, dass mögliche gegnerische Hände mit diesen ersten drei Karten keine unmittelbare Gefahr für ihn darstellen.

Die Bluff-Komponente ist bei diesem Spielzug sehr groß. Im Durchschnitt helfen einem Spieler nur in einem von drei Fällen die Karten auf dem Flop weiter. In den anderen 2/3 der Flops treffen die Spieler keine ihrer ungepaarten Startkarten oder ihr Pocket Pair ist so niedrig, dass eine oder mehrere höhere Karten auf dem Flop womöglich anderen Spielern weitergeholfen haben. Die Continuation Bet als fortgeführte Pre-Flop Aggression stellt dem Gegner aber vor das Problem herauszufinden, ob sein Gegenspieler nun eine starke Hand besitzt oder nur blufft.

Beispiel: Spieler A hält KQ und erhöht vor dem Flop, Spieler B findet 77 und entscheidet sich, den Einsatz mitzugehen. Nachdem damit die erste Setzrunde abgeschlossen wurde, wird der Flop aufgedeckt: A95. Spieler A steht nun vor dem Problem nichts getroffen zu haben, dazu könnte Spieler B durchaus mit einer Hand mit einem Ass gecallt haben, weswegen ihm in diesem Fall auch ein König oder eine Dame auf Turn oder River nicht weiterhelfen wird. Allerdings kann er durch seine Erhöhung vor dem Flop selbst ein Ass repräsentieren. Er bringt also mit seiner Continuation Bet einen weiteren Einsatz und stellt damit seinen Gegenspieler vor das Problem, die richtige Entscheidung zu treffen. Spieler B hat der Flop nicht weitergeholfen, zusätzlich liegen auf dem Board zwei Karten, die sein Paar 77 schlagen könnten – der Preflop Aggressor könnte sehr gut mit einem Ass oder auch einem höheren Paar wie TT bis KK erhöht haben. Spieler B hat zwar oft mit seinem Paar noch die beste Hand (auch Spieler A wird in 2/3 aller Fälle der Flop nicht weitergeholfen haben), aber es wird ihm schwer fallen die Hand weiterzuspielen und daher oft folden.

Für Spieler A sieht es etwas einfacher aus. Mit seiner Continuation Bet wird er entweder den Pot gleich gewinnen oder kann die Hand sehr einfach aufgeben, wenn Spieler B callt. Wäre statt Asses auf dem Board ein König aufgedeckt worden, so hätte Spieler A eine relativ gute Hand. In diesen Fall sollte er den gleichen Einsatz wie bei einer Continuation Bet als Bluff bringen. So haben es Gegner schwerer die wahre Handstärke zu erkennen und können öfter Fehler begehen: bei einem Bluff die bessere Hand weglegen oder einen Einsatz mit der zweitbesten Hand bezahlen.

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