Tronc

Der Tronc (französisch: Opferstock) ist Trinkgeld, das beim Roulette abgeworfen wird. Es wird unter den Angestellten der Spielbank aufgeteilt und es stellt im Prinzip für Sie ihr Haupteinkommen dar. Schon etwa im 19. Jahrhundert war es üblich, den damaligen „Spielaufbereitern’ (also den heutigen Croupiers) einen Teil von dem Gewinn in der Spielbank abzugeben. Die exklusive Spielgesellschaft der damaligen Zeiten hat um enorme Geldbeträge gespielt und konnte sich leisten, sehr hohe Trinkgelder abgeworfen zu haben, womit die Angestellten der Spielbank nicht selten ein Vermögen verdienen konnten. Den Tronc hat man zwecks späterer Aufteilung in eine Metallbüchse gelegt, die letztendlich, mit Eröffnung des ersten hochherrschaftlichen Spielcasinos der Gebrüder Blanc in Bad Homburg vor der Höhe, durch in die Tische eingearbeitete und abschließbare Behälter ersetzt worden ist, welche der Franzose Blanc scherzhaft Opferstock genannt hat. Diese Bezeichnung blieb bis heute aktuell.

Die meisten Mitarbeiter (Croupiers, technische Direktoren, Kassierer) fast aller Spielbanken in Deutschland werden ausschließlich vom Tronc bezahlt. Es ist also kein zusätzliches Geld, das die Angestellten neben ihrem Lohn bekommen (den gibt es in den meisten Casinos nicht), sondern ihr einziges Einkommen. Kann der Tronc die tariflichen Mindestlöhne nicht mehr decken, so ist die Spielbank verpflichtet, die fehlende Summe aufzubringen. Diese wird aber gleich abgezogen, wenn der Tronc in den Folgemonaten wieder höher als die garantierte Summe ist. Dies wurde nach einem Mitarbeiterstreik bei einer Spielbankkette gerichtlich geregelt. Bezüglich der Besteuerung der Tronceinnahme hat der Bundesfinanzhof am 18. Dezember 2008 eine Entscheidung getroffen, nach welcher auf Zuwendungen von Spielern Steuern gezahlt werden müssen. Als Gründe hierfür wird erwähnt, dass es sich nicht um Trinkgeld handeln kann, weil die Croupiers dieses nicht entgegen nehmen dürfen und dass der Tronc vom Arbeitgeber ausgezahlt wird.